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23.01.15 HNA - Gassi gehen und knuddeln: Tierpatenschaften im Tierheim Beuern

Lucky ist kaum zu bremsen: Der zehnjährige Schäferhund-Mischling weiß, dass es gleich ins Grüne geht. Denn gerade sind Ute Nowak und Robert Mark im Tierheim Beuern angekommen - sie sind seit kurzem Luckys Hundepaten. Beide kommen jeden Sonntag in Tierheim und wollen Gassi gehen, dazu holen sie „ihren“ Hund Lucky ab.

Für Ute Nowak ist der Hundetag der perfekte Ausgleich zu ihrem stressigen Job. Seit vier Jahren ist sie Tierpatin. Damals musste sie sich von einer hartnäckigen Grippe erholen. „Ich sollte spazieren gehen, aber alleine macht das keinen Spaß“, berichtet Ute Nowak. Deshalb lieh sich einen Hund beim Tierheim aus. Seitdem ist der Sonntag ihr Hundetag.

Eine Adoption kommt für das berufstätige Paar nicht in Frage. „Wenn man zehn oder elf Stunden am Tag arbeitet, hat man nicht mehr genügend Zeit für einen Hund,“ sagt die 45-Jährige. Also gibt sie sich mit der Patenschaft zufrieden.

Ihr Patenhund Lucky lebt seit einigen Monaten im Tierheim, nachdem er aus schlechter Haltung sichergestellt wurde. Seine Muskulatur an den Hinterbeinen muss erst noch aufgebaut werden, weil der große Hund bei seinem Vorbesitzer nicht genügend Auslauf hatte. Deshalb sind die regelmäßigen Spaziergänge um so wichtiger.

Zum zweiten Mal gehen Ute Nowak und Robert Mark nun mit Lucky Gassi. Ein Rhythmus muss sich erst noch finden. Die Hunde gewöhnen sich an ihre Paten, erkennen sie sogar schon am Klang des Autos. Genauso wie die Tiere gewöhnen sich die Paten. Früher ging das Paar immer mit dem Beagle-Mix Maxie und dem Wachtelhund Bobby, beide haben inzwischen ein neues Zuhause.

Für das Paar fühlten sich die beiden Hunde schon wie ihre eigenen an. „Wir freuen uns aber, dass die Beiden ein neues Heim gefunden haben“, sagt Robert Mark. Jetzt führen beide Lucky aus, noch fremdelt der Mischling. Kleine Leckerbissen im Brustbeutel sorgen aber dafür, dass Lucky ihnen nicht mehr von der Seite weicht.

Das Tierheim Beuern hat insgesamt 49 Tierpaten. Nicht jeder Pate ist aber so involviert wie Ute Nowak und Robert Mark. Mandy Lindner, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, erklärt: Es gibt die Hardcore-Paten, die täglich mehrere Hunde ausführen oder die Schönwetter- und Gelegenheits-Gassigeher.

Auch Eltern interessieren sich für Patenschaften oft als ein pädagogisches Mittel, um Kinder von ihrem Hundewunsch abzubringen. „Wenn die Kinder dann bei Sonnenschein lieber ins Schwimmbad wollen, sagen die Eltern: „Nee, wir müssen jetzt den Hund ausführen”, erzählt Mandy Lindner. Das Thema eigener Hund sei dann oft schnell erledigt.

Hintergrund:

Ein Pate ist ein ehrenamtlicher Helfer, der für „seinen” Hund da ist. Das kann in Form von Geld- oder Futterspenden sein. Oft kommen Paten auch vorbei, um einen persönlichen Kontakt zum Tier aufzubauen. Viele Paten sind deshalb auch „Gassi-Geher“ und verbringen Zeit mit den Tieren. In Beuern kann man aber auch Katzenpate werden, dann spielt man mit dem Tier oder kommt zum Streicheln vorbei. Das Tierheimpersonal könne dies nicht bewältigen. Für Katze und Hund sei ein Patenbesuch deshalb ein Höhepunkt.

Von Christiane Geier

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Falls Sie jetzt auch Lust auf eine Patenschaft bekommen haben, anbei der entsprechende Link:

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