Es ist 5 vor 12!
Das Tierheim Beuern kämpft bereits seit Jahren mit hohen Kosten und ums Überleben. Die Spendenaufrufe der vergangenen Monate haben zwar wieder einen großen Beitrag geleistet, den Tierheimbetrieb aufrecht zu erhalten – vor allem in den teuren Wintermonaten – es müssen aber auch Beträge zurückgestellt werden, um die akuten Probleme, wie die Leerung der Fäkaliengrube und die dringend zu reparierende Heizungsanlage etc. angehen zu können. An der in die Jahre gekommenen Anlage müssen ständig irgendwelche Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Zum Teil sind hier unermüdlich ehrenamtliche Helfer aktiv, aber nicht alles lässt sich auf diese Weise erledigen.
Uns geht bald die Luft aus. Mit den steigenden Kosten und zurückgehenden Einnahmen werden wir bald nicht mehr fertig! Weitere Einsparungen sind nicht möglich, denn wir planen sowieso von der Hand in den Mund. Die Mitgliederzahl bleibt Gott sei Dank stabil, auch wenn es hier und da, auf Grund der derzeitigen Wirtschaftslage, reduzierte Mitgliedsbeiträge gibt. Die Beiträge der Partnergemeinden sind sehr gering gehalten.
Um es verständlich zu machen: Die dem Tierheim Beuern angeschlossenen Gemeinden entrichten einen jährlichen Betrag, der sich pauschal aus der Einwohnerzahl und der Anzahl der Fundtiere, die aus diesen Gemeinden abgegeben wurden, errechnet. Die Höhe des Pro-Kopf-Betrages bestimmt die Gemeinde selbst. Er liegt z. Z. bei 10 – 15 Cent pro Einwohner. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Summe auf einem möglichst niedrigen Niveau gehalten wird, so dass das Tierheim erhebliche Beträge aufbringen muss, denn die ärztliche Untersuchung bei Fundtieren ist eine zwingende Maßnahme, um u. a. zu verhindern, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Leider ist es aber auch häufig der Fall, dass Fundtiere krank sind und eventuell sogar operiert werden müssen.
Was würde es bedeuten, wenn das Tierheim Beuern seinen Betrieb wirklich einstellen müsste? Es ist immerhin das Einzige im Schwalm-Eder-Kreis. Die meisten Tierheime im Umkreis sind bereits jetzt schon hoffnungslos überfüllt. Bei einer Schließung müssten die Gemeinden eigene Tierauffangstationen einrichten und zu deren Betreibung fachkundiges Personal einstellen. So wollen es die veterinäramtlichen Bestimmungen.
Der Vorstand hat bereits alle Instanzen bis hin zum Landrat kontaktiert und ist dort auch durchaus auf ein positives Echo gestoßen. Aber wenn nicht bald etwas passiert, bleibt das Tierheim über kurz oder lang auf der Strecke.
Aber nicht nur eine mögliche Schließung wiegt schwer, wenn man all diese Punkte bedenkt; auch die Zukunft der Tierheimbewohner, von denen so mancher in Beuern sein Gnadenbrot bekommt, treibt uns die Tränen in die Augen. Die Hunde und Katzen müssten in andere Tierheime umverteilt werden und würden auf diese Weise ihre einzigen Bezugspersonen und teilweise schon lange währenden Kontakte verlieren!
Auf Grund der hoffnungslosen finanziellen Situation, die ja auch andere Tierheime in Hessen betrifft, hat die Tierschutzbeauftragte der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Judith Pauly-Bender das hessische Landesministerium angeschrieben, damit möglichst schnell Maßnahmen gegen das drohende Aus vieler Tierheime getroffen werden, dass nicht wieder mal die Tiere die Leidtragenden sind. Das Thema ist auch bereits im Landtagsausschuss behandelt worden. Die Forderung nach einer finanziellen Soforthilfe steht.
Um diese Notlage aus erster Hand diskutieren zu können, wurden deshalb die Verantwortlichen aller hessischen Tierheime für den 09.03.2010 zu einem Gesprächim Landtag in Wiesbaden eingeladen. Auch die erste und zweite Vorsitzende des Tierheimes Beuern, werden zu diesem Termin nach Wiesbaden reisen. Sie hoffen sehr, dass von dort aus dann möglichst schnell Maßnahmen getroffen werden, denn sonst sieht die Zukunft für die Tiere düster aus.
Wir werden unsere Mitglieder und alle interessierten Tierfreunde auf dem Laufenden halten und hoffen sehr, dass sich das Blatt doch noch wendet und nicht auch bei uns schon bald Zustände herrschen, wie wir sie in Ost- und Südeuropa vorfinden!
Der Vorstand
Im Februar 2010








